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„Millionenverschwendung für Poller“ - warum diese Kritik an der Realität vorbeigeht

  • Autorenbild: Meisterlernen.de
    Meisterlernen.de
  • 3. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit
„Millionenverschwendung für Poller“

Jedes Jahr nach der Weihnachtsmarktsaison taucht dasselbe Narrativ auf: Es gab keine schweren Zwischenfälle, also seien Schutzmaßnahmen wie Poller und Zufahrtssperren „überflüssig“ – und damit Steuergeldverschwendung. Der Ton ist meist empört, die Botschaft simpel: teuer, unnötig, weg damit.


Das klingt nach Kontrolle und Haushaltsdisziplin. In Wahrheit ist es häufig vor allem eines: eine bequeme Rückschau, die Prävention grundsätzlich falsch bewertet.



Millionenverschwendung für Poller


Der Denkfehler: „Es ist nichts passiert, also war es unnötig“


Wer Sicherheitsmaßnahmen ausschließlich am sichtbaren Ereignis misst, verfehlt ihren Zweck. Prävention ist erfolgreich, wenn sie verhindert dass etwas passiert. Die Logik „kein Schaden = kein Nutzen“ ist nicht kritisch, sondern schlicht ungeeignet, um Risiken zu bewerten.


Mit derselben Logik könnte man behaupten, ein Rauchmelder sei überflüssig, weil es nicht gebrannt hat. Oder der Sicherheitsgurt sei Verschwendung, weil es keinen Unfall gab. Genau so funktioniert Sicherheitsarbeit nicht.



Realität statt Reflex: Weihnachtsmärkte sind reale Ziele!


Die Debatte ist nicht theoretisch. Weihnachtsmärkte und große Veranstaltungen sind seit Jahren Teil realer Bedrohungslagen. Die Folgen wenn Schutz fehlt, können verheerend sein. Wer nach solchen Erfahrungen ernsthaft so tut, als seien Zufahrtssperren „Dekoration“, blendet die Lage aus.



Warum die „Verschwendungs“-Rhetorik so unerquicklich ist


Diese Kritik funktioniert vor allem als Schlagzeile: Sie reduziert ein komplexes Thema auf einen Preis und erzeugt den Eindruck, Vorsorge sei prinzipiell ein Luxus. Was dabei unter den Tisch fällt:


  • Sicherheit hat keinen „Beweis“ in Form eines Ereignisses, weil der Zweck gerade ist, Ereignisse zu vermeiden.


  • Der Preis eines Pollers ist nicht die relevante Kennzahl, sondern das Verhältnis aus Risiko, Wirksamkeit und Gesamtkosten.


  • Wer nur den sichtbaren Aufwand kritisiert, ignoriert den unsichtbaren Nutzen: Abschreckung, Verzögerung, Zeitgewinn, geordnete Abläufe.


Am Ende entsteht eine Debatte, die nicht hilft Sicherheit besser und effizienter zu machen, sondern sie pauschal delegitimiert.



Poller sind kein Symbol – sie erfüllen ein klares Schutzziel!


Zufahrtsschutz soll nicht „perfekt“ sein, sondern wirksam Zufahrten blockieren, Geschwindigkeit brechen, Zeit gewinnen.

Gerade dieser Zeitgewinn ist entscheidend. Er kann der Unterschied sein zwischen Kontrolle und Chaos, zwischen glimpflichem Verlauf und schwerem Schaden.


Poller sind deshalb nicht das ganze Konzept, aber oft ein notwendiger Baustein in einem mehrschichtigen System aus Verkehrsführung, Ordnungskräften, Rettungswegen, Kommunikation und klaren Zuständigkeiten.



Klartext: Wer Prävention als „Verschwendung“ abtut, hat das Prinzip nicht verstanden


Natürlich darf und muss man über Wirtschaftlichkeit sprechen. Aber dann richtig:


  • Wurde eine Risikoanalyse gemacht?


  • Sind Zufahrten und Laufwege sinnvoll abgesichert?


  • Sind Rettungswege und Feuerwehrzufahrten sauber integriert?


  • Sind Aufbau, Betrieb und Überwachung praxistauglich?


  • Sind Beschaffung und Logistik effizient organisiert?


Das sind die relevanten Fragen. Nicht „Wozu Poller, wenn nichts passiert ist?“



Wann Kritik berechtigt ist – und wie man echte Verschwendung vermeidet


Es gibt Fälle, in denen Kosten aus dem Ruder laufen. Das liegt meist nicht daran, dass es Schutz gibt, sondern daran wie er umgesetzt wird:


  • Planung nach Bauchgefühl statt Risiko


  • Überdimensionierung ohne Schutzziel


  • unkoordinierte Beschaffung und unnötige Folgekosten


  • keine Auswertung nach der Saison („Lessons Learned“)


  • Scheinmaßnahmen, die gut aussehen, aber operativ wenig bringen


Wer hier sauber arbeitet, kann gleichzeitig Sicherheit erhöhen und Kosten senken.



Fazit


Die Kritik „Millionenverschwendung“, nur weil es ruhig geblieben ist, ist kein Beleg für verantwortungsvollen Umgang mit Geld. Sie ist häufig eine verkürzte Logik, die Prävention grundsätzlich missversteht.


Wenn eine Maßnahme Verletzte und Tote verhindert, ist sie sinnvoll. Und genau deshalb sind Poller und Zufahrtsschutz, fachgerecht geplant und umgesetzt, in vielen Lagen nicht nur sinnvoll, sondern notwendig.




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